Heimleuchten
15.10.-15.12.2016, Ratzinger Platz / München

 

Eine Kunstinstallation am Ratzingerplatz von Stefanie Unruh 

Vom 15. Oktober bis 15. Dezember 2016 wird das ehemalige Tram-Wartehäuschen auf dem Ratzinger Platz in Obersendling zur Bühne für eine Kunstaktion von Stefanie Unruh. Im Rahmen der diesjährigen Reihe „München – dezentral“ der Kunst im öffentlichen Raum des Kulturreferates installiert sie fünfzehn verschiedene, teils farbige Gartenlampen auf dem Dach des früheren Tram-Wartehäuschens. Jeweils zum Sonnenuntergang werden die Leuchten mit einer Zeitschaltuhr in Betrieb gesetzt. Einige Außenleuchten erinnern an Wohnzimmerlampen, andere an Straßenlaternen. Die Gartenlampen aus den Vorgärten und Hofeinfahrten der Umgebung geben sich hier ein Stelldichein. Die Licht-Skulptur, die den Passanten den Weg heimleuchtet, soll eine surreal-wohnliche Atmosphäre auf dem verwaisten Platz verbreiten und einen weithin sichtbaren Akzent setzen.

„Heimleuchten“ von Stefanie Unruh ist das vierte Projekt der diesjährigen Reihe der Kunst im öffentlichen Raum des Kulturreferates der Landeshauptstadt München. Unter dem Thema „München – dezentral“ stehen künstlerische Auseinandersetzungen mit Orten in den innenstadtsfernen Quartieren und Stadtvierteln im Fokus.

Fotonachweis: © Georg Szabo Photography

Eröffnung: 
Tram-Wartehäuschen am Ratzingerplatz, 
29. Oktober 2016 von 16.00 – 20.00 UhrBegrüßung: Kerstin Möller / Erwin Hartel, Kulturreferat der LH München
Grußwort: Dr. Ludwig Weidinger, Vorsitzender des BA 19
Grußwort: Andreas Schuster, Vorsitzender des Klangraum e.V.In Kooperation mit Klangraum e.V., Nutzer der Proberäume am Ratzinger Platz, spielen die Bands:
ZWINKELMAN (Akustikduo) / BEATNIKBOY (Synthie-Pop) / BLUE WAVE (Bluesrock)Die Giesinger Biermanufaktur & Spez. Braugesellschaft sorgt für Speis und Trank.Mit freundlicher Unterstützung des BA19, Kulturreferat Technik und des Klangraum e.V.

 

Die Künstlerin Stefanie Unruh über die Idee zu ihrem Konzept „Heimleuchten“:

„Auf dem täglichen Weg von meinem Atelier in der Kistlerhofstraße nach Hause passiere ich den Ratzingerplatz, so wie viele der Anwohner aus Obersendling, die von der U-Bahn und Bushaltestelle Aidenbachstraße kommend, in die umliegenden Wohnblocks streben. Viele Passanten kürzen den Weg ab, indem sie über die zwischen den Fahrspuren liegende, aufgelassene Straßenbahntrasse laufen. Sie kommen dabei an einem mit Graffiti bemalten quaderförmigen Gebäude vorbei, das ehemalige Tram- Wartehäuschen, in dem sich derzeit Übungsräume für Musiker befinden. Der Ratzingerplatz wird oft als Brache beschrieben, als „Schandfleck“ sogar, den es zu verändern gilt, mitsamt seinem städtebaulichen Umfeld. Pläne dazu gibt es seit Jahren. Eine umfassende Neugestaltung der Gegend soll in den nächsten Jahren stattfinden. Derzeit jedoch liegt der Platz meist verlassen da, abends lassen ihn die Straßenlaternen fast im Dunkeln liegen.

Mir gefällt an diesem Platz seine momentane Funktionslosigkeit und Nicht-Gestaltung. Unkraut wuchert zwischen dem aufgeplatztem Teer und über die nicht mehr genutzten Straßenbahngleise. Das ist eine von wenigen Ecken in München, die sich selbst überlassen bleibt. Es ist fast ein Luxus, ein Platz ohne weitere Bestimmung, eine weitgehend ungenutzte Fläche, auf der sich die Natur wieder ein Stück zurückerobert. Bevor das Tram-Wartehäuschen nun der Neuplanung des Platzes weichen wird, möchte ich für zwei Monate das Gebäude zur Bühne umgestalten mit der Licht-Installation „Heimleuchten“. Der „Unort“ könnte vorübergehend ein Anziehungspunkt fürs Auge werden.“