Haunted

haunted

Im ersten Moment sieht man nicht viel. Das Auge muss sich erst auf das diffuse Bild einstellen. Dann bemerkt man eine am Tisch sitzende Gestalt, die etwas isst:

In vernebelten Wohnräumen bewegt sich schemenhaft eine Gestalt. Sie verrichtet die in Wohnräumen üblichen Handlungen: Essen, Lesen, Treppensteigen, etc. Tiere erscheinen wie Phantasmen als Traumbilder und huschen durch das Bild. Manchmal tauchen seltsame Erscheinungen wie Traumgebilde auf. An Ektoplasmen erinnernde Formen schweben vorbei. Die Langsamkeit der Bewegungen und die diffusen, häufig schwer erkennbaren Motive erzeugen eine Atmosphäre des Geisterhaften und Sphärischen.

Das Video haunted bezieht sich u.a. auf die Geisterfotografie von Albert von Schrenck-Notzing, einem deutschen Pionier der Psychotherapie und der Parapsychologie, der in München bis 1929 lebte und arbeitete. Schrenk-Notzing, ausgebildeter Arzt, studierte die Ph_nomene der Materialisierung, das heißt die Umwandlung von Energie in Masse, mit Hilfe von mehreren berühmten Medien.

Das Video produzierte ich in einem Haus in München, das 1938 erbaut wurde. Um die Vergangenheit zu erforschen, bewegte ich mich auf den Spuren der Geschichte durch das Haus, mit einer selbstironischen Anmerkung: Im Video spiele ich die Rolle eines Mediums, das gelegentlich eine Art von Ektoplasma produziert.

Musik: Sergej Prokofjew, Visions fugitives, opus22, Nr.II
Klavier: Johanna Pohlmann

 

Details

  • Jahr: 2010/2011
  • Material: Video, 5 Minuten 41 Sekunden