Spiegeltürme

Spiegelturm,1987, Spiegelscherben, Durchmesser 25 cm, H 165 cm (Turm 1)

Spiegelturm,1987, Spiegelscherben, Durchmesser 40 cm, H 250 cm (Turm 2)

Spiegelturm,1987, Spiegelscherben, Durchmesser 40 cm, H 250 cm (Turm 3)

Spiegelturm,1988, Spiegelscherben, Durchmesser 40 cm, H 180 cm (Turm 4)

Spiegelturm,1989, Spiegelscherben, Durchmesser 20 cm, H 180 cm (Turm 5)

 

Die Türme bestehen aus unzähligen, über zwei Jahre hinweg gesammelten Spiegelscherben, die ohne feste Verbindung so hoch aufgeschichtet werden, daß sie sich in ihrem Gleichgewicht an der Grenze zur Instabilität befinden. Je nach Bodenbeschaffenheit nehmen die Türme im Raum erzeugte Schwingungen von herannahenden Betrachtern oder lauten Geräuschen auf und übersetzen diese in mehr oder weniger starkes Schwanken, was im Extremfall durch ihren Einsturz zur Selbstzerstörung führen kann. Auf dem Boden entsteht so eine neue, teils geordnete, teils chaotische Plastik.

Während sich die kleineren Türme durch die mögliche Innenansicht als Hohlkörper offenbaren, entzieht sich die innere Struktur der überlebensgroßen Plastiken dem Betrachter. Im Gegensatz zu den kleineren Plastiken, deren Instabilität offenkundig ist, täuschen die größeren eine in ihrer Monumentalität bedrohlich wirkende Festigkeit vor, die sich erst durch genauere Betrachtung als Trugschluss erweist.

Im Erleben der Plastik erfahrt der Betrachter häufig eine Verunsicherung seines eigenen Gleichgewichtssinns: Bewegt sich der Turm oder schwankt er selbst?